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Lieber zu Ende denken

Welche Zukunft hat unsere Energieversorgung? Wie werden wir künftig unsere Mobilität sicherstellen? Kaum ein anderes Thema erregt so die Gemüter.

Ubbo de Witt, geschäftsführender Gesellschafter

In unserer Region ist der Umbau zu einer erneuerbaren Energieversorgung mit erheblichen Investitionen verbunden, die bereits jetzt zu messbaren Impulsen für Wachstum und Beschäftigung geführt haben. Begleitet werden diese positiven Effekte von erheblichen Einsparungen bei den fossilen Energieträgerimporten.

Für den Energieverbrauch betragen diese für fossile Brenn- und Kraftstoffe verringerten Importe in Deutschland 18,25 Milliarden Euro pro Jahr, mithin einen gigantischen Betrag von täglich 50 Millionen Euro! Erlöse also, die somit nicht mehr Tag für Tag aus Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten heraus Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung unterstützen und die Flucht vor Krieg und Gewalt befördern. Die EU-Kommission will dieses Land nunmehr auf die Schwarze EU-Liste setzen, denn "Saudi-Arabien gehöre zu den Ländern, deren Systeme zur Bekämpfung dieser Probleme strategische Mängel aufweisen".

Vom Ende der Jungsteinzeit, als der Homo sapiens sich vom Jäger und Sammler zum Ackerbauern und Viehzüchter weiterentwickelte, sind uns keine ideologischen Auseinandersetzungen überliefert. Die Auswirkungen der Erfindung des Rades auf die wirtschaftlichen Fortschritte haben jedoch durch ihre Weiterentwicklung, verbunden mit einem respektvollen Umgang mit der Natur, eine gesicherte Zukunft möglich gemacht, auch wenn sich der Mensch, wie früher bei der Dampflokomotive, an andere (Landschafts-)Bilder gewöhnen musste. Schlechte Zeiten gingen oft einher mit Phasen intensiver (Er-)Neuerungen, denn Not macht erfinderisch. Die Deiche bauen wir mit dem Vertrauen auf die Erfahrung der Deichgrafen und der zuständigen Ämter für den Küstenschutz schon jetzt höher und warten nicht auf die nächste Sturmflut.

Das erste Elektro-Serienfahrzeug versprach VW bereits 1995, woraufhin in Wolfsburg eine Kleinserie von 120 Golf-City-Stromern gebaut worden ist. Aber nicht nur die Dieselaffäre hat uns gezeigt, dass die deutschen Autokonzerne nicht zukunftsfähig sind und viele Jahre gemeinsam mit der Regierung nicht an einem Modell einer sauberen Zukunft interessiert waren. Es wurden "lieber" die Versäumnisse vertuscht, wie es nun viele treue (VW-)Kunden schmerzlich erleben müssen.

Der City-Stromer, ein weiteres Beispiel für erfolgreiches Täuschen und Tarnen, ging nie in Serie. Dieses Schicksal sollte in Deutschland zunächst auch der Dieselrußpartikelfilter erleiden, zuvor erfolgreich zur Tarnung von U-Booten und Schiffen im Ersten Weltkrieg eingesetzt, dann in den 80-er Jahren in der Mercedes-S-Klasse in Kalifornien verbaut, leider im Jahr 2000 serienmäßig in Frankreich vom PSA-Konzern entwickelt. Ab 2006 begünstigte dann Rot/Grün in Deutschland steuerlich endlich den Einbau. Kritische Geister, wie der Oldenburger Physiker John Schellnhuber, mahnen seit vielen Jahren, dass die Selbstverpflichtungen der Autoindustrie wenig wirksam gewesen sind im Kampf um den Klimawandel. Die Klima-Migration wird deshalb noch größere Ausmaße annehmen.

Wir sind mitverantwortlich für die Flüchtlingsströme und müssen global Verantwortung übernehmen. Verdrängungswettbewerbe, die bereits auf vielen gesellschaftlich relevanten Ebenen Realität sind, können nicht länger vertagt werden, die Politik muss sich mit den unangenehmen Fragestellungen beschäftigen.

Lokal müssen die Konzepte für die Umstellung auf Erneuerbare Energien in der Energieversorgung und der Antriebstechnik und damit einhergehend die Reduzierung des Einsatzes fossiler Brennstoffe umgesetzt und für zukunftsfähige Arbeitsplätze gesichert werden. Es darf nicht mehr cool sein, dass auf einem der am Besten ausgebauten Straßennetze der Welt die Innenstädte mit immer größeren Flotten von Geländewagen und SUVs verstopft (und demnächst in immer mehr Städten verboten) werden. Unsere Zukunft gestalten kann nur global denken und lokal handeln heißen!

Positive Beispiele liefern bereits andere Länder. Ein zentrales Instrument zur Erreichung der Klimaschutzziele ist in der Schweiz eine wirkungsvolle CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe. Verbrauchsabhängig werden zwei Drittel der Abgabeerträge an die Bevölkerung und die Wirtschaft zurückverteilt. Ein Drittel fließt zur Förderung CO2-wirksamer Maßnahmen in die energetische Sanierung, einen Technologiefonds oder erneuerbare Energien. Ab 2018 beträgt diese CO2-Abgabe hier 96 Franken (ca. 85 Euro) pro Tonne.

Spätestens ab dem Jahr 2050 wird jeder japanische Neuwagen elektrifiziert sein, Grundlage: eine Vereinbarung der Regierung mit den Herstellern. Für jedes Nutzungsszenario werden alternative Antriebe angeboten, Toyota setzt dabei strategisch im Langstreckenbetrieb auf die Brennstoffzelle, man tankt flüssigen Wasserstoff. Die Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Fahrzeuge ist hier sicherlich schon einen Schritt weiter. Und was spricht dagegen, auch hier "Zukunft zu denken", und in Elektro-Tankstellen die modernen Dienstleister zu sehen, die ohne Schadstoffe, krebserregende Benzol- und Toluolbelastung in den Lebensmitteln, moderne Angebote in der technologisch fortschrittlichen und grünen Smart City anbieten?

In Norwegen ist fast jeder zweite Neuwagen bereits ein Hybridfahrzeug oder hat nur einen Elektromotor, bis 2025 soll es keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr geben. Elektroautos dürfen Busspuren benutzen, es wird keine Mehrwertsteuer und nur eine geringe Kfz-Steuer verlangt. Den Ladestrom übernimmt die Stadt Oslo, das Parken ist ebenfalls kostenlos. Der Beginn eines Massenmarktes, in diesem Land bereits jetzt!

Der Ausbau Erneuerbarer Energien führt direkt zum Aufbau von Beschäftigung. Das zeigt sich insbesondere in Niedersachsen, das den höchsten Wert einer zukunftsorientierten Beschäftigungsentwicklung im Bundesländervergleich aufweisen kann. Niedersachsen ist Deutschlands Windenergieland Nummer eins, kann bereits über 60 Prozent seines Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien decken. Und die Industrie folgt langfristig günstig erzeugter Energie.

In Deutschland sollen ab 2030 jährlich Elektrolyseure mit einer Leistung von sieben Gigawatt und einem Umsatzvolumen von über fünf Milliarden Euro produziert werden. Das wird aber nur funktionieren, wenn langfristig die richtigen Entscheidungen zugunsten einer regenerativ entwickelten Wasserstoffwirtschaft und tausender neuer Arbeitsplätze getroffen werden. Die Hamburger Hochbahn schafft gerade die seit 2010 im Testbetrieb angeschafften vier Wasserstoffbusse wieder ab, der Hersteller Daimler konnte zuletzt nicht mehr liefern. Serienreife Elektrobusse werden jetzt die bessere Lösung sein. Hersteller ist die junge polnische Firma SOLARIS.

Also: Zu Ende denken, wenn Niedersachsen auch Energie- und Automobilland der Zukunft sein soll!

 

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